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Was ist Polizei?

Kampf oder Widerstand ist eine materielle Dynamik, etwas, das geschieht, und etwas, das am Ende des Tages nur zu dem Grad, wie es effektiv ist, eine Bedeutung hat. Je länger wir daran hängen bleiben Polizei als institutionelles, lebloses und konzeptuelles Objekt zu analysieren, gegen das man argumentieren kann, werden wir darin scheitern uns bewusst in eine Konfliktdynamik, eine bewusste Verstärkung von Krisen zu begeben, und umso länger werden wir nichts anderes als Aktivisten bleiben und daran scheitern die Notwendigkeit unserer Rolle als Aufständische anzunehmen.

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Alles in bester Ordnung

Ich möchte versuchen tiefer zu gehen, der Essenz der Idee der „Polizei“ nachzuspüren und mir die Frage stellen, worauf wir uns eigentlich beziehen, wenn wir über „die Polizei“ reden, und zu entlarven, dass die „Polizei“ – nicht nur als der berühmte Bulle im Kopf – unsere Vorstellungen eines menschlichen Miteinanders so tief durchdrungen hat, dass auch eine Welt ohne Polizei in den allermeisten Fällen eine polizierte Welt sein wird.

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Gegen den vergeschlechtlichten Albtraum

Domestizierung passierte uns nicht vor 10.000 Jahren, ebensowenig wie im 16. und 17. Jahrhundern und sicherlich nicht während des Aufstiegs des Fordismus. Domestizierung findet die ganze Zeit statt. Es gibt keinen einzelnen Ursprung von Geschlecht als Domestizierung. Es wird uns tagtäglich in zahllosen diffusen und oft unsichtbaren Weisen angetan. Es ist ein Rythmus, der unserem Leben auferlegt wird; Flucht und Gefangennahme, Zerfall und Wiederzusammensetzung.

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Wild gewordene Queers

Wenn wir von unserem Projekt queerer Negativität eines mit Gewissheit sagen können, dann dass der Kapitalismus eine unbegrenzte Fähigkeit besitzt, jede alternative Politik oder künstlerischen Ausdruck, die wir uns vorzustellen vermögen, zu tolerieren und zu rekuperieren. Es ist keine politische Negativität, die wir in unserer Queerness verorten müssen, sondern vielmehr eine boshafte Anti-Politik, die jedem utopischen Traum einer besseren Zukunft am entfernten Horizont eines lebenslangen Opferdaseins entgegensteht. Unsere queere Negativität hat nichts mit Kunst zu tun, sondern vielmehr eine Menge mit städtischen Aufständen, Piraterie und Sklavenrevolten: mit all diesen körperlichen Kämpfen, die die Zukunft verweigern und die Irrationalität des Vergnügens, des Genusses, der Wut und des Chaoses verfolgen. Wir kämpfen nicht für eine Alternative, weil es keine Alternative gibt, die den sich immer weiter ausdehnenden Horizonten des Kapitals zu entfliehen vermag. Stattdessen kämpfen wir ohne jede Hoffnung darum, unsere Leben diesem sich ausdehenenden Horizont zu entreißen und mit wildem Genuss im Jetzt auszubrechen. Alles Geringere ist unsere fortgesetzte Domestizierung gemäß den Regeln der Zivilisation.

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Smart City – Beiträge zur Zerstörung der urbanen Tech-Dystopie

Die Welt um uns herum verändert sich in rasanter und beängstigender Geschwindigkeit. Vor allem in den Städten sprießen immer mehr technologische Gadgets aus dem Boden, die deren Bewohner*innen auf subtile und weniger subtile Weise bespitzeln und ihr Verhalten kontrollieren.
Die in dieser Broschüre versammlten Texte analysieren Akteur*innen, Ideologien und Infrastrukturen dieser Transformationsprozesse anhand der Metropolen Paris und München und identifizieren dabei mögliche Angriffspunkte, an denen diese Entwicklung gestört werden könnte …

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Auf dass der Wind sich dreht…

Eine Sache allerdings ist vielleicht noch wichtiger, und es ist das, wo uns die Kritik an der Atomkraft erlaubt, die Rolle der Energie in ihrer ganzen Tragweite zu begreifen: die Atomkraft bestätigt, dass einzig der Staat und das Kapital die Kapazitäten zur Energieproduktion innehaben dürfen, dass diese Kapazitäten eine Beziehung, die mit dem Abhängigkeitsgrad der Bevölkerungen verbunden ist, repräsentieren, dass jede revolutionäre Aufwallung, die die Welt radikal verändern will, sich mit diesen Energiekolossen auseinandersetzen müssen wird. Kurz, dass Energie Herrschaft bedeutet.

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…unter einem sich verändernden Himmel

Man kann sagen, dass diejenigen, die sich für die Fortsetzung dieser Zivilisation einsetzen, ihre Katastrophe durch die vielgepriesenen, möglichen Fortschritte der genetischen Manipulation, der Nanotechnologie, des Geo-Engineering, der Robotik und der synthetischen Biologie abwenden mögen – „der Endlösung“, die die Erde und uns selbst bis zum höchstmöglichen Grad verstümmelt und verkünstlicht. (Vielleicht gefällt ihnen diese Vorstellung besser als denjenigen Wesen, die in den Raffinerien, Slums oder dem letzten verbleibenden „Naturreservat“ eingeschlossen bleiben würden.) Aber natürlich sprechen wir nicht von der gleichen Katastrophe wie die Staatsplaner*innen, die grünen Unternehmer*innen und professionellen Umweltschützer*innen. Für uns reicht die Katastrophe weiter zurück als die globale Erwärmung oder der Industrialismus.

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Pränatale Ausmerze. Der kybernetisierte Eugenismus der Reproduktionsmedizin

1866 beschreibt der Arzt und Apotheker John Langdon Down in einem Artikel mit dem Titel „Observations on an Ethnic Classification of Idiots“ (dt. etwa „Beobachtungen zu einer ethnischen Klassifikation von Idioten“) erstmals das, was heute als das nach ihm benannte Down-Syndrom oder auch Trisomie 21 beschrieben wird, als den „mongolischen Typ“ der von ihm beobachteten Idiotie, weil ihn die Erscheinung dieser Kinder an die rassenkundlich als „Mongoliden“ beschriebenen Menschen erinnert. Nun erscheint es mir überflüssig, eine ausführliche Kritik an der damals durchaus verbreiteten rassistischen Einteilung der Menschen in Rassen und ihrer gesellschaftlich-politischen Motivation zu wiederholen. Diese kann in der einen oder anderen Ausprägung hoffentlich vorausgesetzt werden. Und doch muss es vor diesem Hintergrund au den ersten Blick verwundern, vielleicht sogar verstören, wie es gekommen sein mag, dass das Krankheitsbild des „Mongoloiden“ nicht mitsamt diesen Theorien über Bord geworfen wurde?

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Die künstliche Reproduktion des Menschen. Der Pfad des Transhumanismus

„[…] Wenn wir in einer Maschinenwelt geboren werden, wenn die Natur nachgeahmt und technisiert wird, wird selbst die notwendige Basis für das Verständnis der Möglichkeit einer anderen Welt verloren gegangen sein. […]“

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„Bis in ihre inneren Gemächer“

„[…] Indem er Aristoteles‘ Ansatz der Naturgeschichte hinsichtlich der Entdeckung von Erkenntnissen über die Natur kritisierte, betonte Bacon, dass die Natur die in ihrem Mutterleib und Schoß verborgenen Geheimnisse nicht preisgeben würde, außer wenn man sie durch die Interventionen der Wissenschaft „dazu bringe“, was er oft mit den Techniken der Staatsanwälte und Inquisitoren verband. Er bezieht sich auf die Natur oft als eine Hure, die durch die Wissenschaft gewaltsam gebändigt werden müsse. […]“