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Dem Wahnsinn verfallen. Ein Anarchistisch-Nihilistisches Tagebuch der Antipsychiatrie

Zugewiesene psychiatrische Bezeichnungen halfen mir nicht – sie brachten mir nur ein internalisiertes Gefühl, mich in der Opferrolle zu befinden und minderwertig zu sein. Medikation hat mich weder »geheilt« noch »repariert« – sie hat mir nur geschadet, indem sie mir meine eigenen Sinne betäubte, um eine emotionale Leere zwischen mir und dem abgefuckten zivilisierten Leben zu schaffen. Also verfalle ich stattdessen mit nihilistischer Vorfreude dem Wahnsinn, indem ich die soziale Ordnung und die Zivilisation zu meinen Zielen mache. Mit bewaffnetem Animalismus habe ich nun erkannt, dass es nichts zu richten gegeben hat – meine natürliche Verachtung für Domestizierung und soziale Kontrolle erinnert mich daran, dass ich von Anfang an niemals »kaputt« war. […]
Ich habe das Verlangen nach nichts weniger als einer wilden Revolte gegen die Zivilisation. Wenn Zivilisation und Psychiatrie in der Kirche der Moral Hochzeit halten, dann soll meine Anarchie feuriger schwarzer Rauch sein, der ihrem Evangelium der sozialen Kontrolle den Atem raubt.

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Ausbruch – In offener Feindschaft mit jeder Knastgesellschaft

»In einer Gesellschaft, die ihren Mitgliedern “Freiheit” und “Selbstbestimmung” verspricht, erscheinen Gefängnisse auf den ersten Blick wie ein Widerspruch; ein antiquiertes Relikt aus vergangenen Zeiten, das die Probleme lösen soll, an denen die “freie”, moderne Gesellschaft mit ihren subtileren Erziehungsmethoden scheitert. […] Schaut mensch genauer hin, ist der Knast kein anachronistischer Widerspruch dieser Gesellschaft, sondern vielmehr scheint das Prinzip Knast ein zentrales, machterhaltendes Prinzip dieser Gesellschaft zu sein, das alle Bereiche durchdringt.«